Binnenschifferseelsorge

Eine erinnerungswerte Barkassenfahrt am 14. Juni 2018 Dieses Mal fuhr wieder eine besondere Crew mit auf der Barkasse: Hélène vom Büro der Flusi, und als weiteren Gast hatten wir Monica Döring von Stella Maris, der katholischen Seemannsmission, mit an Bord. Skipper und Festmacher waren Uwe und Rudi, als Seelsorgerin fuhr ich mit. Während der ganzen Fahrt begleitete uns warmer Sonnenschein und zauberte ein Lächeln auf die Gesichter der Crew ebenso wie auf die Mienen der Flussschiffer. Wir drei Frauen verstanden uns gleich prima untereinander und freuten uns über die interessanten und fachkundigen Geschichten von Uwe, der ja den Hafen kennt wie seine "Westentasche".
Wir liefen 14 Schiffe mit insgesamt 28 Personen Besatzung an. Die Tide bereitete uns zunächst zeitliche Probleme, bis wir uns entschlossen, die Fahrt bis 15:45 Uhr auszudehnen und noch nach Finkenwerder weiterzufahren. Das Beson-dere an dieser Fahrt war aber die große Anzahl der ausführ-lichen und guten Gespräche mit den Flussschiffern. Hélène, die Lust hatte, auch einige seelsorgerliche Gespräche zu führen, begrüßte mit ihrem charmanten französischen Akzent u.a. ein freundliches Fluss- schifferehepaar. Die Frau fragte während des Gesprächs, ob sie zu uns an Bord kommen dürfe, wir bejahten es natürlich. Später zeigte sie uns ihr Tattoo - die Freiheitsstatue von New York - und erzählte ihre persönliche Geschichte dazu, während sich ihr Mann mit Rudi und Uwe über unsere historische Maschine und die Technik an Bord austauschten. In mehreren anderen Ge- sprächen mit den Flussschiffern wurde bei dieser - wie auch bei meiner letzten Fahrt - das Problem eines neuen Gesetzes angesprochen, das ab Jahresende alle Flussschiffer in Europa dazu verpflichtet, dass der Schiffsrumpf doppelwandig sein muss. Dass das Gesetz im Falle einer Havarie sinnvoll ist, steht außer Frage. Das Problem für die Flussschiffer, die ein gut funktionie- rendes eigenes Schiff besitzen, darin, dass sie es zum Jahresende verschrotten lassen müssen, weil der Umbau zu teuer wäre. Somit steht die ganze Existenz der Familie auf dem Spiel! Bei dem Gespräch war der erwachsene Sohn mit an Bord, der eigentlich das Schiff seines Vaters übernehmen und für sich und seine Familie eine eigene Existenz aufbauen wollte. Es war natürlich auch für Frau Döring, der Pastorin von Stella Maris, interessant, so direkt von den Problemen der Flussschiffer zu erfahren. Während der
Fahrt entstand der Vorschlag, mal einen gemeinsamen Betriebsausflug zur Stella Maris-Seemannsmission zu unternehmen. Wir wollen es auf der nächsten Teamsitzung besprechen. Auch mussten wir ein "Mann"-über-Bord-Manöver fahren, welches Rudi meisterlich ausführte, weil eine scharfe Brise Uwes neue Mütze in den Finkenwerder Hafen blies. Hélène hat mit einem Peekhaken wagemutig Uwes Cappy vor dem "Ertrinken" bewahrt!
Die Binnenschifferseelsorge ist ein wichtiger Teil der Aufgaben der Flussschifferkirche und lebt das Motto : "Wenn die Menschen nicht zur Kirche kommen können, muss die Kirche zu den Menschen kommen." Zweimal in der Woche fährt ein Team ehrenamtlicher Helfer und Diakone mit unserer 80 Jahre jungen Arbeitsbarkasse "Johann Hinrich Wichern" in das Hamburger Hafengebiet und sucht die Binnenschiffer und ihre Familien an ihrem Arbeitsplatz auf. Die Teams der Binnenschifferseelsorge bringen den Menschen als feste Tradition zur Begrüßung eine aktuelle Zeitung ihrer jeweiligen Heimat, einen Apfel und Schokolade mit. Diese Besuche sind für die Menschen an Bord oft der einzige Kontakt nach und vor langen Fahrten. Außerdem bieten sie Rat, Hilfe und vertrauliche Gespräche an.

ev.-luth. Flussschifferkirche zu Hamburg

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